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Billiglöhne teuer bezahlt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Stefan Vetter   
Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 05:50 Uhr

Saarbrücken. Billiglöhne kommen den Staat teuer zu stehen. Rund zwei Milliarden Euro musste der Bund 2011 ausgeben, um Geringverdienern mit einem Vollzeitjob das Existenzminimum zu sichern. Rechnet man noch die Betroffenen mit einem sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjob hinzu, so waren es sogar vier Milliarden Euro, die der Staat über das Hartz-IV-System beisteuerte. Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Demnach gibt es trotz guter Arbeitmarktlage und zum Teil spürbarer Lohnsteigerungen immer noch rund 560.000 sozialversichert Beschäftigte, die zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind. Das sind 2,5 Prozent aller sozialversicherten Erwerbspersonen. Im Osten ist die Quote mit 4,5 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Westen (zwei Prozent). Im Ländervergleich liegen die Stadtstaaten Berlin (6,1 Prozent), Bremen (4,3) und Hamburg (3,6) deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Nur in einigen ostdeutschen Städten wie etwa Neubrandenburg (6,9 Prozent) und Cottbus (6,5 Prozent) liegt das Verarmungsrisiko noch höher. In Bayern werden offenbar fast durchgehend auskömmlich Löhne bezahlt. Die Quote der so genannten Aufstocker beträgt hier nur 1,2 Prozent. Das ist der niedrigste Wert unter allen Bundesländern.

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